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	<title>Robert Bosch Stiftung Weblog - Frankfuter Buchmesse</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 18:01:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kolja Mensing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf dem Weg]]></category>

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		<title>推 推</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 17:10:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kolja Mensing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf dem Weg]]></category>

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		<description><![CDATA[Im ICE nach Peking Buenos Aires Berlin. Überraschung: Der Zug ist voll. Ich bin nicht der einzige Messebesucher, der in diese Richtung nach Hause fährt.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Im ICE nach <span style="text-decoration: line-through;">Peking</span> <span style="text-decoration: line-through;">Buenos Aires</span> Berlin. Überraschung: Der Zug ist voll. Ich bin nicht der einzige Messebesucher, der in diese Richtung nach Hause fährt.</p>
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		<title>Abschied von der Masse</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 15:20:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kolja Mensing</dc:creator>
				<category><![CDATA[In der Pause]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Sie werden wieder einzeln
Sie lieben wieder einzeln
Und fliegen zum
nächsten Traum&#8221;
Yan Jun, Jahrgang 1973, in: &#8220;Schmetterlinge auf der Windschutzscheibe&#8221;
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Sie werden wieder einzeln<br />
Sie lieben wieder einzeln<br />
Und fliegen zum<br />
nächsten Traum&#8221;</p>
<p>Yan Jun, Jahrgang 1973, in: <a href="http://blog.bosch-stiftung.de/frankfurter-buchmesse/2009/10/15/der-tod-lernt-fliegen/" target="_blank">&#8220;Schmetterlinge auf der Windschutzscheibe&#8221;</a></p>
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		<title>Mit leisem Bös</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 14:38:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kolja Mensing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unter Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Adelbert-von-Chamisso-Preis haben wir schon erwähnt: ein Preis für Autoren, die auf Deutsch schreiben, obwohl Deutsch nicht ihre Muttersprache ist. Mittlerweile wird dieser Preis seit 25 Jahren verliehen. Also feiert er sich jetzt ein bisschen selbst.
Unter anderem ist bei dtv eine Anthologie mit dem Titel &#8220;Lichterfeste, Schattenspiele&#8221; erschienen, zu der sämtliche Preisträger und Preisträgerinnen eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den Adelbert-von-Chamisso-Preis haben wir schon erwähnt: ein Preis für Autoren, die auf Deutsch schreiben, obwohl Deutsch nicht ihre Muttersprache ist. Mittlerweile wird dieser Preis seit 25 Jahren verliehen. Also feiert er sich jetzt ein bisschen selbst.</p>
<p>Unter anderem ist bei dtv eine Anthologie mit dem Titel &#8220;<a href="http://www.dtv.de/buecher/lichterfeste_schattenspiele_13828.html" target="_blank">Lichterfeste, Schattenspiele&#8221;</a> erschienen, zu der sämtliche Preisträger und Preisträgerinnen eine Geschichte beigesteuert haben. Eigentlich sollten heute zwei von ihnen auf der Buchmesse lesen, Jóse F. A. Olivier und Zehra Çırak. Doch Olivier blieb auf dem Weg durch den Schwarzwald im Stau stecken. So musste Zehra Çırak die Dreiviertelstunde am Stand von ARTE alleine bestreiten. Kein Problem: Zeit für eine ausführliche Lesung, aber auch zu einem Gespräch über ihren Weg zur deutschen Sprache und zur deutschsprachigen Literatur.</p>
<p>Zehra Çırak wurde 1960 in Istanbul geboren und kam im Alter von drei Jahren mit ihren Eltern nach Deutschland. Früher hätte man ihren Vater einen &#8220;Gastarbeiter&#8221; und sie ein &#8220;Gastarbeiterkind&#8221; genannt. Heute gehen einem diese Begriffe nicht mehr ganz so leicht über die Lippen, weil man aus der Distanz doch deutlich erkennen kann, dass die Menschen, die vom deutschen Staat als Arbeitskräfte angeworben wurden, nicht als Gäste, sondern als Fremde behandelt wurden, die man nach getaner Arbeit am liebsten sofort wieder nach Hause geschickt hätte.</p>
<p>Zehra Çırak zog mit ihren Eltern nach Karlsruhe. Sie kam damals gleich in einen Kindergarten und sprach Deutsch bald genauso gut wie Türkisch. Ihre Eltern unterhielten sich allerdings weiterhin lieber in ihrer Heimatsprache, und als Zehra Çırak als Schülerin anfing, ein Tagebuch zu schreiben, schrieb sie es auf Deutsch – damit Mama und Papa nicht lesen konnten, welche Gedanken ihr so durch den Kopf gingen. (Es ging wohl viel um Liebe und so.) Sie ist dann beim Deutschen geblieben und hat mittlerweile ein stattliche Zahl von Gedichtbänden veröffentlicht. Und Mama und Papa können mittlerweile natürlich ebenfalls so gut Deutsch, dass sie darin lesen können.</p>
<p>Zehra Çırak schreibt sehr klare, mit starken Bildern, und sie schreibt – das ist nun wirklich sehr deutsch, da kann man sagen, was man will und sich politisch noch so korrekt geben – einem leichten lutherischen, in jedem Fall altertümlichen Anklang. &#8220;Ein herrlich Geräusch&#8221; machen die &#8220;flatternden Seiten&#8221; in einem Gedicht, das sie offenbar extra für Lesungen bei Buchmessen geschrieben hat, und eine der Figuren in der Kurzgeschichte, die sie zu der Chamisso-Anthologie beigesteuert, erzählt von einer in die Jahre gekommenen Sängerin, einer älteren Damen &#8220;ohne Arg, aber mit leisem Bös&#8221;.</p>
<p>Das &#8220;leise Bös&#8221; besteht darin, dass die Sängerin ihren jüngeren Liebhabern im Schlafzimmer gerne zärtlich den Hintern versohlt. Kein schlechter Einfall für einen Beitrag in einer Sammlung, die zum Jubiläum des Chamisso-Preises erscheint: &#8221;Wer recht uns peitscht, den lernen wir verehren&#8221;, schrieb Adelbert von Chamisso in seinem Gedicht <a href="http://www.zeno.org/Literatur/M/Chamisso,+Adelbert+von/Gedichte/Gedichte+(Ausgabe+letzter+Hand)/Sonette+und+Terzinen/Sage+von+Alexandern" target="_blank">&#8220;Sage von Alexandern&#8221;</a>.<img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/8775681f56354f259cc850909645b220" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Informationsbewältigung</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 11:59:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kolja Mensing</dc:creator>
				<category><![CDATA[In der Pause]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt verschiedene Methoden, der Informationsflut auf der Messe Herr zu werden. Hier im Pressezentrum filmt gerade ein arabischer Journalist mit seiner Handy-Kamera die Wand mit den ausgehängten Pressefotos ab, ganz systematisch, ein Bild nach dem anderen.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt verschiedene Methoden, der Informationsflut auf der Messe Herr zu werden. Hier im Pressezentrum filmt gerade ein arabischer Journalist mit seiner Handy-Kamera die Wand mit den ausgehängten Pressefotos ab, ganz systematisch, ein Bild nach dem anderen.<img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/8775681f56354f259cc850909645b220" width="1" height="1" alt=""></p>
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		<title>Konjunkturen</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 11:52:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kolja Mensing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unter Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Soll niemand sagen, er wisse nichts über die chinesische Gegenwartslyrik. Das Hörbuch &#8220;Schmetterlinge auf der Windschutzscheibe&#8221; (wir berichteten) wurde gleich an drei verschiedenen Tagen auf der Messe vorgestellt, zum letzten Mal vor ein paar Minuten.
Insgesamt sollen in diesem Jahr rund neunzig literarische Neuerscheinungen mit chinesischer Literatur vorgestellt worden sein, Romane, Kurzgeschichten und Gedichtbände. Wie lange [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Soll niemand sagen, er wisse nichts über die chinesische Gegenwartslyrik. Das Hörbuch &#8220;Schmetterlinge auf der Windschutzscheibe&#8221; <a href="http://blog.bosch-stiftung.de/frankfurter-buchmesse/2009/10/15/der-tod-lernt-fliegen/" target="_blank">(wir berichteten)</a> wurde gleich an drei verschiedenen Tagen auf der Messe vorgestellt, zum letzten Mal vor ein paar Minuten.</p>
<p>Insgesamt sollen in diesem Jahr rund neunzig literarische Neuerscheinungen mit chinesischer Literatur vorgestellt worden sein, Romane, Kurzgeschichten und Gedichtbände. Wie lange hält die Aufmerksamkeit? Lucien Leitess, der Gründer und Leiter des Schweizer Unionsverlags, muss es wissen. Sein Verlag ist auf Literatur aus Afrika, Südamerika und Asien spezialisiert, und er hat schon viele Themenschwerpunkte auf der Frankfurter Buchmesse begleitet.</p>
<p>&#8220;Direkt nach der Messe lässt das Interesse jedes Mal deutlich nach&#8221;, erklärte er gestern während der Diskussionsrunde zum <a href="http://blog.bosch-stiftung.de/frankfurter-buchmesse/2009/10/16/arbeit-am-mythos/" target="_blank">&#8220;Gastland Türkei&#8221;</a>, beruhigte aber die anwesenden Buchhändler und Verleger. Auf lange Sicht werde es dann deutlich einfacher, die Literatur eines Landes wie China zu verkaufen, einfach, weil man den Lesern und Leserinnen im deutschsprachigen Raum nichts mehr erklären müsse. Ein Gastland werde ein für alle Mal in der literarischen Landkarte eingetragen.</p>
<p>Na, bitte. Trotzdem ein kleines Ratespiel: Können Sie sich an die letzten fünf Gastländer auf der Frankfurter Buchmesse erinnern?</p>
<p>Die Antwort gibt es <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurter_Buchmesse#Gastl.C3.A4nder_und_Themenschwerpunkte" target="_blank">hier</a>. (Nicht schummeln.)</p>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 11:51:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kolja Mensing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf dem Weg]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<a href='http://blog.bosch-stiftung.de/frankfurter-buchmesse/2009/10/18/393/img_1141/' title='::'><img width="100" height="100" src="http://blog.bosch-stiftung.de/frankfurter-buchmesse/wp-content/uploads/2009/10/IMG_1141-100x100.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="::" /></a>
<a href='http://blog.bosch-stiftung.de/frankfurter-buchmesse/2009/10/18/393/img_1156/' title='::'><img width="100" height="100" src="http://blog.bosch-stiftung.de/frankfurter-buchmesse/wp-content/uploads/2009/10/IMG_1156-100x100.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="::" /></a>
<a href='http://blog.bosch-stiftung.de/frankfurter-buchmesse/2009/10/18/393/img_1143/' title='::'><img width="100" height="100" src="http://blog.bosch-stiftung.de/frankfurter-buchmesse/wp-content/uploads/2009/10/IMG_1143-100x100.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="::" /></a>
<a href='http://blog.bosch-stiftung.de/frankfurter-buchmesse/2009/10/18/393/img_1184/' title='::'><img width="100" height="100" src="http://blog.bosch-stiftung.de/frankfurter-buchmesse/wp-content/uploads/2009/10/IMG_1184-100x100.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="::" /></a>

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		<title>Du hast das Meer gesehen</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 11:33:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kolja Mensing</dc:creator>
				<category><![CDATA[In der Pause]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Du hast das Meer gesehen
Du hast es dir vorgestellt
Du hast dir das Meer vorgestellt
und dann hast du&#8217;s gesehen
und hast es dir vorgestellt
aber du bist
kein Seemann
So ist das eben
Du hast dir das Meer vorgestellt
Du hast es gesehen
Und vielleicht magst du es sogar
Wenn&#8217;s hochkommt, ist das so
Du hast da Meer gesehen
und du hast es dir vorgestellt
Aber du [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Du hast das Meer gesehen<br />
Du hast es dir vorgestellt<br />
Du hast dir das Meer vorgestellt<br />
und dann hast du&#8217;s gesehen<br />
und hast es dir vorgestellt<br />
aber du bist<br />
kein Seemann<br />
So ist das eben<br />
Du hast dir das Meer vorgestellt<br />
Du hast es gesehen<br />
Und vielleicht magst du es sogar<br />
Wenn&#8217;s hochkommt, ist das so<br />
Du hast da Meer gesehen<br />
und du hast es dir vorgestellt<br />
Aber du bist nicht bereit<br />
darin zu ertrinken<br />
So ist das eben<br />
So ist&#8217;s mit jedem&#8221;</p>
<p>Han Dong, Jahrgang 1961, in: &#8220;<a href="http://blog.bosch-stiftung.de/frankfurter-buchmesse/2009/10/15/der-tod-lernt-fliegen/" target="_blank">Schmetterlinge auf der Windschutzscheibe&#8221;</a></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>&#8220;Sie müssten einmal nach Balbec reisen!&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 10:33:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kolja Mensing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unter Menschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Man muss ja beim Small Talk hier auf der Messe immer aufpassen, dass es nicht auffällt: Die meisten Bücher, über die zur Zeit gesprochen wird, hat man noch nicht gelesen hat und viele von ihnen wird man mit Sicherheit auch nie lesen. Spätestens in einem halben Jahr wird in Leipzig ja ohnehin über andere Bücher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man muss ja beim Small Talk hier auf der Messe immer aufpassen, dass es nicht auffällt: Die meisten Bücher, über die zur Zeit gesprochen wird, hat man noch nicht gelesen hat und viele von ihnen wird man mit Sicherheit auch nie lesen. Spätestens in einem halben Jahr wird in Leipzig ja ohnehin über andere Bücher gesprochen.</p>
<p>Aber gibt natürlich auch die echten, die schmerzlichen Leselücken, über die man nicht einfach hinwegkommt, indem man auf  nächste Shortlist wartet. Eine davon tat sich mir gestern am späten Nachmittag auf. Im Internationalen Forum stellte Katharina Raab vom Suhrkamp Verlag die Anthologie <a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/odessa_transfer-_42117.html?d_view=inhaltsverzeichnis" target="_blank">&#8220;Odessa Transfer</a>&#8221; vor, einen Band mit Texten von Autoren, die aus den Ländern rund um das Schwarze Meer stammen. (Ganz so eng waren die geografischen Kriterien für die Auswahl nicht. So durfte zum Beispiel auch der polnische Autor Andrzej Stasiuk einen Text beisteuern, weil sein Heimatland im 16. Jahrhundert durch die Union mit dem damaligen Großfürstentum Litauen eine Zeitlang ebenfalls zu den Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres gehörte.)</p>
<p>Es war eine der schönen Buchvorstellungen, bei denen wenig geredet, aber viel gelesen wurde. Neben dem ukrainischen Schriftsteller Serhij Zhadan und der aus der Türkei stammenden deutschen Schauspielerin und Schriftstellerin Emine Sevgi Özdamar las auch der Rumäne Mircea Cărtărescu. Und das ist die Lücke. Mircea Cărtărescu, Jahrgang 1956, hat seit den achtziger Jahren eine ganze Reihe von Gedichtbänden und Romanen veröffentlicht. Seine wichtigsten Werke – darunter die Romane &#8220;Die Wissenden&#8221; und &#8220;Nostalgia&#8221; – sind längst ins Deutsche übersetzt. Ich habe nichts davon gelesen. Aber das muss sich jetzt ganz schnell ändern.</p>
<p>Der Essay, den Mircea Cărtărescu für &#8220;Odessa Transfer&#8221; geschrieben hat, beginnt mit einer Erinnerung an die sechziger Jahre, als er zusammen mit anderen Kindern in ein Ferienlager an das Schwarze Meer geschickt wird. Die ganze Busfahrt über versucht er sich das Meer vorzustellen, über das er in seinem Zimmer in der einer Vorstadt von Bukarest in Büchern gelesen hat. Er denkt an Stürme und hohe Wellen, an Tanker, Trawler und Kutter, an das Abenteuer und die Einsamkeit. &#8220;Ich werde das Meer sehen&#8221;, das ist das Mantra, das er sich immer wieder aufsagt. Doch als der Bus dann nach einer langen Fahrt an der Küste ankommt, erkennt er es nicht, weil es ganz anders ist, als er es sich vorgestellt hat.</p>
<p>Es ist die gleiche Enttäuschung, die Marcel Proust in der &#8220;Suche nach der verlorenen Zeit&#8221; beschrieben hat, als sein junger Erzähler auf die Empfehlung Swanns hin zum ersten Mal in den sagenumwobenen Badeort Balbec fahren darf, und dort nichts, aber auch gar nichts den imaginierten Bildern in seinem Kopf entspricht. Prousts Erzähler wird irgendwann begreifen, dass ihm nur die Literatur über diese Enttäuschung hinweghelfen wird, und auch Mircea Cărtărescu schildert in seinem Essay eine literarische Initiation:  &#8221;Ich habe meine eigene Sprache vergessen. Jetzt lerne ich die barbarische Sprache des Meeres.&#8221;</p>
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		<title>Bestseller</title>
		<link>http://blog.bosch-stiftung.de/frankfurter-buchmesse/2009/10/18/bestseller/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 08:55:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kolja Mensing</dc:creator>
				<category><![CDATA[In der Pause]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist der letzte Tag auf der Messe. Ich bin jetzt schon ein bisschen wehmütig. Vermutlich werde ich sogar die Damen und Herren vom Falun-Gong-Stand vermissen, die mich jeden Morgen begrüßt haben, wenn ich am Messeturm aus der Straßenbahn stieg. Die Sekte ist in China bekanntlich verboten, und ihre Anhänger versuchen sich jetzt  hier in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist der letzte Tag auf der Messe. Ich bin jetzt schon ein bisschen wehmütig. Vermutlich werde ich sogar die Damen und Herren vom Falun-Gong-Stand vermissen, die mich jeden Morgen begrüßt haben, wenn ich am Messeturm aus der Straßenbahn stieg. Die Sekte ist in China bekanntlich verboten, und ihre Anhänger versuchen sich jetzt  hier in Frankfurt an den literarischen Dissidententrend zu hängen: &#8220;Top Bestseller &#8216;96 still banned in China&#8221;, steht auf ihrem Banner neben dem Cover der deutschen Ausgabe von &#8221;Zhuan Falun&#8221;, dem Buch ihres Anführers Li Hongzhi. So richtig viel Aufmerksamkeit bekommen sie allerdings nicht, genauso wenig wie der traurige Verschwörungstheoretiker, der rund um die Uhr vor dem Eingang zur Messe Flugblätter verteilte. Er ist fest davon überzeugt, dass der deutsche Geheimdienst seinen Bruder vor einigen Jahren in den Selbstmord getrieben hat.<img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/8775681f56354f259cc850909645b220" alt="" width="1" height="1" /></p>
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