12.03.09 | 17:50 Uhr | „Viertelgeviert”

Unter Menschen

Heute Morgen ging es an dieser Stelle ja schon um Schriftsteller, die auf Deutsch schreiben, obwohl sie nicht aus einem deutschsprachigen Land stammen. Jahr für Jahr werden drei von ihnen mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet, und natürlich sind die aktuellen Preisträger auch nach Leipzig gekommen. María Cecilia Barbetta – sie hat den Förderpreis bekommen – hat heute auf der Messe aus ihrem Roman “Änderungsschneiderei Los Milagros” gelesen. Sie ist in Argentinien aufgewachsen, hat dort allerdings einen deutschen Kindergarten und eine deutsche Schule besucht, und nachdem sie dann auch noch Germanistik studiert hat, beherrscht sie die fremde Sprache heute besser als die meisten Deutschen es selbst tun. Im Jahr 2005, erzählte sie, entdeckte sie in Berlin das Schild einer Schneiderei, auf dem ”Änderung von Damen, Kinder- und Herrenbekleidung” angezeigt wurden. Der fehlende Bindestrich fiel María Cecilia Barbetta sofort auf. Dann überlegte sie, wie es wäre, wenn man tatsächlich eine “Dame” ändern lassen könnte. Damit war die Idee zu ihrem Roman geboren:  die Geschichte einer Änderungsschneiderei in Buenos Aires und einer Frau, die im Laufe der Erzählungen in immer neuen Rollen auftritt.

Wer mehr über den Bindestrich beziehungsweise den Viertelgeviertstrich wissen will, der muss hier weiterlesen. Mir ist es zu kompliziert.

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