13.03.09 | 10:57 Uhr | „Am Rand der Wirklichkeit”

Auf dem Weg

Ein Tag auf der Messe, und schon glaubt man, das ist die Welt. Preisverleihungen und Podiumsdiskussionen, Klatsch, Gerüchte und Umsatzprognosen, zwischendurch Kekse und Kaffee aus Plastikbechern und auf den langen Fluren Gespräche mit Kollegen, die gerade erst aus Hamburg, Frankfurt und Berlin angereist sind, aber so wirken, als ob sie bereits seit Jahren zwischen den Verlagsständen und Konferenzräumen hin und her irren. Die einzige Möglichkeit, einen Blick in die so genannte Wirklichkeit zu werfen, ist die morgendliche Fahrt mit der Linie 16 vom Hotel am Hauptbahnhof zum Messegelände. Draußen, hinter den getönten Scheiben der Straßenbahn, ziehen die Fassaden der Stadt vorbei, Mietshäuser, Penny und Mäc-Geiz, das „Grillhouse Gadhir“ und das „Dental Team Leipzig“, an einem Bauzahn wirbt ein Plakat für einen Vortrag von Erich von Däniken mit dem Titel „Götterdämmerung“. Rentner in grauen Jacken ziehen die Wägelchen mit ihren Einkäufen über den Bürgersteig, dann kommen die Gewerbegebiete mit ihren Autohäusern, Reifencentern und Baumärkten, dahinter Wohnblocks aus den Achtzigern und Fertighaussiedlungen aus den Neunzigern. Zwanzig Minuten dauert die Fahrt, Endstation ist die Haltestelle Messegelände. Bis zum Eingang sind es nur ein paar Meter. 

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